Akademie zur Ausbildung von Berufsmusikern, Erforschung und Interpretation alter Musik

Leitung: JORDI SAVALL

Das Projekt der Akademie zur Ausbildung von Berufsmusikern, Erforschung und Interpretation alter Musik der Stiftung CIMA (Centre Internacional de Música Antiga) richtet sich an junge Musiker. Ein Team von Musikpädagogen unter der Weisung und Leitung von Jordi Savall bietet während intensiver Arbeitstagungen die Möglichkeit, die Übungstechniken zu verbessern sowie die Kenntnisse über den Forschungsstand und die Interpretation alter Musik zu vertiefen.

Das Projekt basiert auf der gesammelten Erfahrung von Jordi Savall und Montserrat Figueras, die selbst zwischen 1990 und 2006, also 16 Jahre lang, Kurse über alte Musik (in Poblet, la Seu d’Urgell und Sant Feliu de Guíxols) erteilt haben. Die Lehrer der Akademie sind Dozenten und Musiker der verschiedenen von Jordi Savall geleiteten Ensembles, darunter La Capella Reial und Le Concert des Nations.

Die musikpädagogische Initiative der Akademie der Stiftung CIMA folgt dem Beispiel ähnlicher Aktivitäten in Europa und den USA, die wirkungsvoll zur Wiederentdeckung des musikalischen Erbes der jeweiligen Herkunftsorte beigetragen haben. Die Besonderheit unserer Akademie-Kurse besteht darin, dass sie im Rahmen einer fest geplanten Konzertreihe stattfinden.

Ziele
Die von Jordi Savall gegründete Akademie zur Ausbildung von Berufsmusikern, Erforschung und Interpretation alter Musik hat sich folgende Ziele gesetzt:

Junge Berufsmusiker (unter 33 Jahren) erhalten die Gelegenheit zur Erweiterung ihrer Ausbildung in der Interpretation alter Musik bei Jordi Savall.
Der Generation junger Musiker werden neue Interpretationstechniken für die Stimme, den Gesang oder die Orchesterarbeit vermittelt, unter besonderer Berücksichtigung des Stils, der Deklamation, der Artikulation, der Dynamik, der Phrasierung und der musikalischen Verzierungen.
Es werden Wege aufgezeigt, um die Schönheit und die emotionalen Werte der Musik mittels angemessener Interpretationstechniken rigoros entsprechend einer genauen Kenntnis des historischen Kontextes auszudrücken.
Es werden Synergien zwischen den jungen Berufsmusikern und den die Kurse leitenden angesehenen Dozenten und Musikern hergestellt.
Die jungen Musiker nehmen im Chor oder Orchester der renommierten von Jordi Savall geleiteten Ensembles wie La Capella Reial de Catalunya oder Le Concert des Nations am Konzert teil, dessen Vorbereitung Gegenstand des Kurses ist, sowie an der sich daraus ergebenden internationalen Tournee.
Die jungen Musiker erhalten Unterstützung bei ihrem beruflichen Weiterkommen. Angestrebt wird eine Konsolidierung ihrer beginnenden musikalischen Laufbahn durch neue Vertragsabschlüsse oder die Vermittlung von Musikagenten.
Die musikalische Ausbildung der jungen Berufsmusiker wird durch die im Unterricht und in der Aufführungspraxis erworbene Erfahrung vervollkommnet, so dass sich ihnen durch die geplanten Konzerte mit den von Jordi Savall geleiteten Ensembles eine internationale Perspektive bietet.
Der Austausch von Musikern und Dozenten aus verschiedenen Teilen der Welt wird gefördert, um eine transnationale Zusammensetzung der Musikensembles zu erreichen.
Das Schwergewicht liegt auf dem musikalischen Erbe der Renaissance, des Barrocks und der Klassik. Die Resultate der künstlerischen Arbeit werden vor ganz unterschiedlichem Publikum in Konzertsälen und in historischen Räumen weltweit Welt aufgeführt.

BEETHOVEN-AKADEMIE 250
Sämtliche Symphonien Ludwig van Beethovens
2019 – 2020


Das europäische Projekt  „Beethoven-Akademie 250“

Zur Feier des 250. Geburtstags eines der außergewöhnlichsten Genies der europäischen Musik planen wir ein Projekt zur Erforschung und Interpretation sämtlicher Symphonien Beethovens. Vorgesehen  ist, die neun Symphonien in vier großen „Akademie-Programmen“ zu erarbeiten:

2019
Frühjahr, 1.  Akademie: Symphonien 1, 2 und 4
Herbst, 2. Akademie: Symphonien 3 und 5

2020
Frühjahr, 3. Akademie: Symphonien 6 und 7
Herbst, 4. Akademie: Symphonien 8 und 9

Die Durchführung übernimmt ein von mir geleitetes Team anerkannter Musiker, bestehend aus den zur Zeit besten Spezialisten für historische Instrumente und Alte Musik. Es sind der Konzertmeister Jakob Lehmann, assistiert vom Concertino unsres Ensembles Manfredo Kraemer, zusammen mit dem Hauptkern der Le Concert des Nations konstituierenden Interpreten (das Orchester feiert 2019 sein dreißigjähriges Bestehen!). Hinzu kommt eine Auswahl der aktuell besten jungen Musiker. Die Auswahlverfahren finden im Herbst 2018 (für die Akademien im Jahr 2019) und im Frühjahr 2019 (für die Akademien im  Jahr 2020) statt. Etwa 25% bis 30% der insgesamt 55 teilnehmenden Musiker werden junge Interpreten sein. Die Ausschreibung des Wettbewerbs für die verschiedenen Akademien erfolgt vor dem Sommer 2018.

Jedes Akademie-Programm wird in zwei sechstägigen Etappen durchgeführt:

Die erste besteht aus den Meisterkursen sowie den vorbereitenden Proben;

die zweite, drei oder vier Wochen später,  ist der Arbeit an den abschließenden Proben gewidmet.

Alle Probenphasen und Meisterkurse werden zur Verwendung bei späteren musikpädagogischen Projekten aufgenommen (Audio und Video). Jeder Akademie-Phase folgen Konzerte in Konzertsälen und Institutionen, die das Projekt mittragen oder als Partner unterstützen. Das sind bis zum jetzigen Zeitpunkt: die Saline Royale d’Arc-et-Senans (aktueller Sitz des Orchesters Le Concert des Nations), die Philharmonie de Paris, L’Auditori von Barcelona,  die Stiftung CIMA (Centre Internacional de Música Antiga, Barcelona), die Territorialverwaltung der Provinz  Barcelona (Diputació de Barcelona), die Kommunen von Barcelona und Sant Cugat del Vallès.

Wir befinden uns gegenwärtig im Gespräch mit anderen europäischen Institutionen in Deutschland, Österreich, Portugal, Italien, Polen und Ungarn.

Die Konzertaufführungen werden sich aber nicht auf die erwähnten großen Konzerthäuser und ihr übliches Publikum beschränken. Wir beabsichtigen auch Aufführungen in den Vororten, kleineren Städten, Theatern und öffentlichen Räumen, wo diese Art von Musik gewöhnlich nicht hingelangt.

Wir werden zur Finanzierung dieses Projekts Mittel bei der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms „Kreatives Europa“ für kulturelle Zusammenarbeit beantragen.

Strategie und Hauptziele des Projekts

  • Wiederbelebung des europäischen Musikerbes durch seine Erforschung und Neuinterpretation auf Originalinstrumenten des 19. Jahrhunderts.
  • Vermittlung einer einer fraglos wichtigen Musikkultur an jüngere Generationen, dank einer mehr als fünfzigjährigen Erfahrung in musikalischer Forschung und Reflexion.
  • Verbreitung der musikalischen Meisterwerke über ihre nationalen Grenzen hinaus.
  • Grenzübergreifende Zusammenarbeit von erfahrenen und jungen Musikern.
  • Heranbildung eines neuen (jüngeren) Publikums in den wichtigen Konzertsälen.
  • Gewinnung eines anderen Publikums an neuen marginalisierten oder wenig benutzten Orten.
  • Vorrangstellung des zusätzlichen Werts der europäischen Zusammenarbeit, wie etwa die internationale Vielfalt des Orchesters Le Concert de Nations beweist (vertreten sind Franzosen, Spanier, Italiener, Deutsche, Belgier, Portugiesen, Österreicher, Niederländer, Argentinier usw.). Hinzu kommt die weltweite Verbreitung eines wesentlich europäischen Musikerbes, darunter die Symphonien Ludwig van Beethovens.
  • Die ganze musikpädagogische und interpretatorische Arbeit wird einerseits online übertragen und andererseits für die Veröffentlichung als CD oder DVD aufgenommen, um die größtmögliche Verbreitung zu erreichen.
  • Aufführung der neun Symphonien Beethovens, deren Neuinterpretation Informationen über die Tempi, die Phrasierung, die Dynamik und die Spieltechnik der historischen Instrumente zugrunde gelegt werden, so dass es möglich sein wird, einen wahrhaft „revolutionären“ Beethoven zu entdecken.

JORDI SAVALL

Künstlerischer Leiter

Geist und Sinne
„Die Musik ist die Vermittlung des geistigen Lebens zum Sinnlichen“.[1]

Die Zusammensetzung des Orchesters zur Zeit Beethovens.

Historisch gesehen ist der Orchesterklang das Erste, was bei der schwierigen Annäherung an Beethovens musikalisches Universum zu beachten ist. Da es in Wien bis zum Jahre 1840 kein „offizielles“ Orchester gab, waren die Größe und Zusammensetzung der Orchester zur Entstehungszeit der „Eroica“ höchst unterschiedlich. 1808 bestand zum Beispiel das Orchester des Theaters an der Wien aus 12 Geigen, 4 Bratschen, 3 Cellos, 3 Kontrabässen, 2 Querflöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotten, 2 Hörnern, 2 Trompeten und Kesselpauken, das heißt aus insgesamt 35 Musikern. An den ersten Aufführungen der Symphonie waren 30 (im Wiener Palais Lobkowitz) bis 56 (1808 im Festsaal der Wiener Universität) Musiker beteiligt. Jedenfalls waren damals der Klang und die Gewichtung der Instrumente im Vergleich zu den heutigen Orchestern grundverschieden.

Man kann sagen, dass die technischen Möglichkeiten und der Klang der verschiedenen Instrumente im großen und ganzen seit dem Barock eine langsame, aber stetige Entwicklung durchmachten, die nun, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in eine Orchesterform mündete, die als die klassische weithin anerkannt wurde (wie zum Beispiel 1808 in dem Orchester des Theaters an der Wien).

Da uns Beethovens Gründlichkeit und Streben nach Vollendung und Fortschritt bekannt sind, sagen wir sicher nicht zu viel, wenn wir behaupten, dass unter manchen Gesichtspunkten sein Ideal die Möglichkeiten seiner Zeit weit überschreitet. Doch die Instrumente, die er kannte und verwendete, gehörten seiner Epoche an, und es sind gerade die technischen Grenzen, die sein Genie und sein schöpferisches Vermögen um so deutlicher hervortreten lassen. Beethoven verfüget im Großen und Ganzen über keine anderen Mittel als Mozart und Haydn aber seine Phantasie und sein kompositorischer Wille haben ihn dazu gebracht, alle möglichen Farb- und Klangverbindungen auszuprobieren und bis an die Grenzen des Möglichen zu gehen.

Die „Revolution“ der 3. Symphonie „Eroica“.

Dieser Aussage Beethovens zufolge stellt die „Sinfonia Eroica, composta per festeggiare il sovvenire di un grand Uomo“ (komponiert um das Andenken eines großen Mannes zu ehren) viel mehr dar als nur die Huldigung einer Person: Sie drückt vor allem den Ausbruch einer inneren Tragödie sowie die Sublimation mythologischer und revolutionärer Ideale und Vorbilder (Prometheus und Bonaparte) aus. Die großartige Struktur des Werkes, so wie auch sein mächtiger und dramatischer Stil und seine unerhörte und höchst neuartige Durchführung sind in doppelter Weise „revolutionär“.

„Revolutionär“ – im Sinne eines Umsturzes der Sitten und Anschauungsweisen – ist nämlich das Schlüsselwort, um den historischen und auch gegenwärtigen Kontext der „Heroischen“ Symphonie zu verstehen. Diese mit Rücksicht auf ästhetische oder rein kommerzielle Gründe so oft veränderte oder verformte Musik, hat sich heute in ein neutrales und farbloses Produkt verwandelt, dem wir unbewegt zuhören können. Was kann heutzutage in dieser Musik als „revolutionär“ bezeichnet werden? Beethovens Musik – wie auch jede geniale Musik – ist transzendent. Ihre Botschaft ist ewig aber nicht zeitlos. Im Gegenteil, sie ist durch ihre Entstehungszeit stilistisch tief geprägt worden. Jede bedeutende Interpretation muss deshalb Geist und Stil der Zeit genauso kennen wie die instrumentalen, formalen und auch historischen Gegebenheiten.

Was bedeuten also, über die Vergrößerung der Orchester hinaus, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnene Modernisierung der Instrumente und die in unserer Zeit allgemein übliche Verwendung von metallenen oder künstlichen Saiten (im Gegensatz zu Darmsaiten)?

Diese Entwicklung hat selbstverständlich auf eine radikale Weise die Vorstellung der Technik, des Klanges, der Genauigkeit, des Gleichgewichtes, der Dynamik, der Gliederung usw. verändert. Sie hat auch bestätigt, dass die Verbesserung der Instrumente auf die freie Entwicklung des Geistes der Musik einwirken kann. In diesem Sinne mag es heute revolutionär sein zu behaupten, dass Lullys Orchester sich von dem Rameaus unterschied, und Bachs Orchester anders war als dasjenige Haydns, Beethovens oder Mahlers usw. Ohne die Berechtigung und Bedeutung der Wiedergabe mit modernen Instrumenten bestreiten zu wollen, würde der Verzicht auf solche Unterschiede zugunsten eines einzigen Orchestertyps zu einer ernstlichen Verarmung führen.

Zurück zu den historischen Quellen der Entstehungszeit.

Unser Projekt der  Interpretation von Beethovens Symphonien legt großen Wert auf die Berücksichtigung des historischen Hintergrunds des Werks zu berücksichtigen, ohne auf die subjektiven Konzepte zu verzichten, die Beethovens Ideen oder seiner Zeit entspringen. Wir denken, dass die Beachtung objektiver Elemente, wie etwa die natürliche Einwirkung der Machart der Originalinstrumente auf die Wiedergabe, unsere Wahrnehmung einer unvergleichlichen klanglichen und ästhetischen Welt revolutionieren kann.

Zu den objektiven Elementen gehört die Verwendung von Instrumenten mit Darmsaiten (10V1, 8V2, 6B, 5CL, 3KB) die unter Verwendung der spezifischen Technik und zeitgenössischen Bogenführung (vor Tourte), eine größere Biegsamkeit so wie schärfere Kontraste erlauben, die notwendig sind, um der in der Partitur der Eroica notierten reichen Klangpalette gerecht zu werden. Der Klang der Darmsaiten ist wärmer und strahlender in den mittleren und unteren Stimmlagen, doch aggressiver und schriller in den oberen. Dank der spezifischen Empfindlichkeit der Darmsaiten werden hier verschiedene Formen des Vibratos nicht zur durchgängigen Untermalung verwendet, sondern sie werden punktuell ausdrucksvoll eingesetzt.

Dank der Individualisierung des Klanges (die so wichtig für Beethoven ist) heben Streicher, Blasinstrumente – Holzinstrumente (Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte mit einer oder zwei Klappen), Blechinstrumente (Hörner und Trompeten ohne Klappe) – und Kesselpauken – mit Hautmembrane und Hartholzstäben – sich deutlich gegeneinander ab. Die Klänge und Tonfarben der Blasinstrumente (abgesehen von der Querflöte) sind härter, direkter und glänzender, sodass sie nie zugunsten eines kompakteren, kräftigeren, reicheren oder sanfteren Klanges geopfert werden. Die Entsprechung des Spiels und der Klangstärke von Streichern (32) und Blasinstrumenten (13) bringt ein natürliches Gleichgewicht hervor und ermöglicht eine deutlichere Wahrnehmung der Dynamik und der kontrapunktischen Struktur.

Der nicht temperierte Akkord erlaubt ein besseres Verständnis der Modulationen, die so grundlegend für diese ganz und gar tonale Musik sind, durch Verhärtung der Akkorde der weit voneinander entfernten Tonarten (Spannung) und Stabilität der Akkorde (in den Grundtonarten (Entspannung).

Die grundlegende Frage der Tempi.

Als zugleich subjektives und objektives Element war das Tempo für Beethoven immer eine grundlegende Frage der Interpretation. In seiner Biographie Beethovens schrieb Anton Schindler: „Immer wenn seine Werke gespielt wurden, fragte Beethoven hinterher: Wie waren die Tempi?“ Diese ständige Sorge erklärt seine Begeisterung für das Metronom (das Mälzel erst kurz nach 1800 erfand) und auch die Taktmesswerte, die er in die Partitur zahlreicher Kompositionen zu den gewöhnlichen Tempoanweisungen Allegro con brio, Allegro vivace, Allegro molto usw. hinzufügt. 1817 erschien in der Leipziger „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ der Artikel „Die Tempi von den Sätzen aller Symphonien des Herrn Beethoven“. Dem ist zu entnehmen, dass die hin und wieder in Zweifel gezogenen Tempoangaben in der Eroica, obwohl sehr schnell, zum großen Teil möglich sind, wenn man sie mit der vom musikalischen Diskurs gebotenen Flexibilität interpretiert und die akustischen Gegebenheiten berücksichtigt.

Beethoven selbst erwähnt diese für den musikalischen Ausdruck unentbehrliche Flexibilität, als er in seiner handschriftlichen Partitur des Lieds So oder So schreibt: „100 nach Mälzel. Doch kann dieß nur von den ersten Täkten gelten, denn die Empfindung hat auch ihren Takt, dieses ist aber doch nicht ganz in diesem Grade (100 nämlich) auszudrücken.“

Für unsere Aufnahme haben wir uns im Großen und Ganzen, wenn auch mit der vernünftigerweise gebotenen Freiheit, an Beethovens Anweisungen gehalten – mit Ausnahme des Poco Andante im Finale, das wir etwas langsamer spielen (84-88 anstatt 108).

ANGEGEBENES TEMPO                                                   WIEDERGABE

  1. Allegro con brio h. = 60          58/60/63
  2. Marcia funebre – Adagio assai e = 80             72/76/80

III.  Scherzo – Allegro vivace h.  = 116                                  116/120

  1. Finale – Allegro molto h. = 76             69/72/76

Poco andante e = 108                                                            84/88

Presto q = 116                                                                        116

 

Die Wiederherstellung ursprünglicher Nuancen und die spirituelle Dimension der Interpretation.

Auf dem äußerst subjektiven Gebiet der Wiedergabe und besonders bei der Analyse und Wahrnehmung der der Musik innewohnenden formalen und tonalen Verhältnisse, sind einerseits die Gliederungs- und Phrasierungsvorstellungen und andererseits die Wiedergabe der Nuancen und der dynamischen und agogischen Anweisungen von großer Bedeutung. Man sollte auch nicht vergessen, dass ein guter Teil der dramatischen Spannung sich den von einer Technik geforderten Schwierigkeiten verdankt, die oft die üblichen Möglichkeiten ihrer Epoche weit überschreitet.

Hier kommen wir zur geistigen Dimension der Interpretation, wo sich die transzendenteste und schwer zu definierende Problematik stellt: Wie kann man die expressiven Absichten des Komponisten wiedergeben und vertiefen und den Hörern den Geist des Werkes vermitteln, ohne seine wesentlichen objektiven Bestandteile zu verfälschen?

Wir wissen, was für ein genialer Improvisator Beethoven gewesen ist. Zugleich aber zeigt die außergewöhnlich intensive Arbeit an seinen Entwürfen, mit welch großer, ja besessener Anstrengung er bemüht war, jede seiner Kompositionen zu größtmöglicher Meisterschaft zu führen. Womöglich liegt darin die große Schwierigkeit seiner Musik, nämlich in dem empfindlichen Gleichgewicht zwischen der unkontrollierbaren Kraft eines Prometheus, der instinktiv darum kämpft, den Menschen das göttliche Feuer zu bringen, und dem Bewusstsein, dass dafür der Preis zu zahlen ist, an die Schöpfung von Kunstformen gekettet zu sein, die erst dann befreiend sein werden, wenn sie „le plus beau lien des peuples plus éloignés.[2]

 

JORDI SAVALL
Übersetzung: Scripto/Marie Costa
(Revision: Claudia Kalász)

 

[1] Beethoven, zitiert von Bettina von Brentano, Brief an Goethe, 28. Mai 1810.

[2] „das schönste Band zwischen den entferntesten Völkern geworden sind“. Beethoven, Brief Nr. 1080 an die Stockholmer Königliche Akademie, Wien, 1. März 1823, (auf Französisch).

  • Die Erarbeitung der Sinfonien erfolgt in 4 Akademien zwischen 2019 und 2020.2019 Erste Akademie: 1., 2. und 4. Sinfonie. Zweite Akademie: 3. und 5. Sinfonie. 2020 Dritte Akademie: 6. und 7. Sinfonie. Vierte Akademie: 8. und 9. Sinfonie.
  • Das Programm jeder Akademie setzt sich folgendermaßen zusammen:
    • Zwei Wochen Meisterkurse und Vorbereitung auf das Konzert.
    • Eine Woche Generalproben vor den Konzerten.
    • Konzertaufführungen in international bekannten Sälen.
  • Die Studenten spielen zusammen mit den Musikern des Ensembles Le Concert des Nations. An allen Sinfonien nehmen Studenten der Violine, des Cellos, des Kontrabasses und der Bratsche teil. Studenten von Blasinstrumenten und Schlagzeug nehmen nur an der 3., der 6. und der 9. Sinfonie teil. (Beachten Sie bitte die Angaben auf der Webseite zur Einschreibung.)

Applications are now closed. Direct your questions to academia@fundaciocima.org

1. Mai 2018

Frist für die Voranmeldung: über diese Webseite (siehe weiter unten). Füllen Sie die Formulare mit Ihrem CV und den persönlichen Angaben aus und senden Sie die Hörproben ein (siehe genauere Informationen).

Woche ab 10. Juni 2018

Per E-mail werden die Ergebnisse der Vorauswahl verschickt (maximal 50 Studenten).

27., 28. und 29. August 2018

Die in die Vorauswahl gelangten Bewerber kommen zum Vorspielen nach Utrech. Dort wird endgültig entschieden, welche Kandidaten an der Akademie teilnehmen. Die Jury besteht aus Jordi Savall und den Konzertmeistern des Orchesters Le Concert des Nations.

Voraussetzungen

Die Teilnehmer:

  • sind unter 33 Jahre alt.
  • haben ein Hochschulstudium Musik absolviert.
  • sprechen mindestens eine der folgenden Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch oder Katalanisch.
  • sind zu den angegebenen Terminen (siehe Informationen im ersten Teil) unbeschränkt zeitlich verfügbar. Alle Teilnehmer müssen vom 27. August 2018 (erstes Vorspielen) bis zum letzten Konzert im Oktober 2019 zu den im Kalender angegebenen Daten disponibel sein. Zu berücksichtigen ist auch die für die Vorbereitung der Stücke vor den Meisterkursen und den Konzerten erforderliche Zeit.

Find your instrument below.

Oft gestellte Fragen

  • Kann ich mich anmelden, wenn ich älter als 33 bin?

Nein. Ein grundlegendes Ziel der Akademie ist es, jungen Musikern am Anfang ihrer Laufbahn Gelegenheiten des Fortkommens zu bieten. Das entspricht dem Selbstverständnis der Stiftung CIMA sowie dem Selbstverständnis unserer Förderer und Mäzene.

  • Wie kann ich die Audio-Aufnahmen schicken?

Die Einschreibungsformulare bezeichnen das akzeptierte Format (mp3). Sie enthalten auch Kästchen zum Hochladen der Dateien. Im Fall eines technischen Defekts ist es möglich, die Dateien mittels eines Links über Dropbox oder Google Drive zu senden. Eine der drei Aufnahmen muss als Video geschickt werden. Dies geschieht vermittels eines Links zu Youtube (möglich ist die Option ‚verbergen‘, nicht aber ‚privat‘, also nur die Option ohne Passwort).

Die einzusendenden Werke werden für jedes Instrument spezifisch angegeben. Sorgen Sie für eine zufriedenstellende Qualität der Aufnahmen ohne Nebengeräusche im Format mp3. Beachten Sie bitte unbedingt, den Titel der Dateien folgendem Muster gemäß anzugeben:

„IHRNACHNAME.IHRVORNAME.TITELDESSTÜCKS“.

  • Ist es möglich, nur an einigen Akademien teilzunehmen?

Nein. Es gibt vier Akademien und zwei Auswahlverfahren. Mit der Anmeldung verpflichten Sie sich, jeweils an zwei Akademien teilzunehmen.

  • Wer sind die Lehrer?

Die Lehrer sind Mitglieder des Orchesters Le Concert des Nations; es sind dieselben Musiker mit denen sie später im Konzertsaal spielen werden. Bei diesem Projekt kommt es uns besonders auf die Vermittlung ihrer Erfahrung als Berufsmusiker an.

  • Sind die Konzerttermine definitiv?

Die Termine der ersten und zweiten Akademie sind definitiv. Wir bemühen uns, alle anderen Termine der Meisterkurse und Proben einzuhalten. Die meisten Konzerttermine stehen noch nicht fest, wir werden sie aber so bald wie möglich mitteilen, damit Sie planen können.

  • Und wenn ich nicht ausgewählt werde?

Die Stiftung CIMA organisiert mehr oder weniger alle zwei Jahre eine Akademie. Viele junge Musiker haben bereits mit uns gearbeitet. Sollten Sie diesmal keinen Erfolg haben, so hoffen wir nach zwei oder drei Jahren wieder von Ihnen zu hören. Folgen Sie uns in den Social Medias oder informieren Sie sich durch unseren Newsletter.

  • Wenn ich ein Visum brauche?

Für einige Studenten mit Wohnsitz außerhalb der Europäischen Union ist es unter Umständen Pflicht, ein Visum zu beantragen, um mit uns arbeiten zu können. Sollten Sie in die Vorauswahl kommen, wird unser Team (mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung bei der Organisation internationaler Reisen) Sie gern beraten.

  • Werden die Konzerte vergütet?

Ja, die Konzerte werden vergütet.

  • Wer bezahlt die Reisekosten?

Wir decken die Kosten der Anreise zu den Meisterkursen, den Proben und Konzerten, nicht jedoch die Kosten der Reise zum Vorspielen.

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